Inhalt

Altes Schloss (18)

Altes Schloss (18)

Im Park, ehemaliges Hofgebäude

Das Alte Schloss ist das älteste Gebäude Laxenburgs und hat sich trotz aller späteren Veränderungen seinen
mittelalterlichen Eindruck bewahrt. Es ist hochinteressant, die baugeschichtlichen Epochen rund um den mittelalterlichen Kern zu entdecken. Nach der „Feste der Herren von Lachsendorf “ (so der ursprüngliche Name) wurde es 1306 habsburgische Frühjahrs- und Herbstresidenz. Erste Nachrichten über Bauvorgänge sind aus der Zeit Herzog Albrechts III. mit dem Zopfe (1349/50 – 1395) mit Chronikbericht und Abrechnung erhalten; Reste
davon sind noch in den Innenhöfen und an der gotischen Apsis der Schlosskapelle erkennbar. Im 16. und 17. Jahrhundert kam es mehrfach zu Erneuerungsarbeiten und zu Errichtung von Zubauten. 

Unter Maria Theresia kam es zu einer radikalen Modernisierung: die Kapelle erhielt eine opulente barocke Innenausstattung, die Türme wurden zum Teil um zwei Stockwerke reduziert, zum Teil ganz entfernt und der umgebende Schlossteich wurde trocken gelegt. Seit der Fertigstellung des Blauen Hofes (vgl. Nr. 3) wurde das Alte Schloss als Wohnung für einige Erzherzöge, für vornehme Gäste und für Hofbedienstete benützt. 1918 erfolgte die Übergabe an den Kriegsgeschädigtenfonds, der einen Großteil des Schlosses von 1925 bis 1938 an die aus Dresden/Hellerau stammende Schule für Rhythmus, Musik und Körperbildung“ vermietete. Durch das Direktorenehepaar Karl Baer und Christine Baer-Frisell, die selbst Rhythmische Gymnastik unterrichtete, den Musikpädagogen Ernst Ferand und unter der künstlerischen Leitung von Rosalia Chladek erlangte die Schule unter dem Namen „Tanzschule Hellerau-Laxenburg“ internationalen Ruf. Ab dem Jahr 1945 wurde das Schloss
hauptsächlich als Wohnbau genutzt. Bei Vermietung des Schlosses 1925 an die Tanzschule Hellerau wurde die Schlosskapelle profaniert. Damals wurden einige Stücke der Inneneinrichtung an die Pfarrkirche übergeben: das Hochaltarbild „Geburt Christi“ (derzeit in der Sakristei), die Marmorgruppe „Christus besiegt den Tod und die Hölle“ von Michael Nußbaumer und das Orgelpositiv. In unmittelbarer Nähe zum Alten Schloss befindet sich der sog. „Hofeiskeller“. Das Eis wurde ursprünglich aus dem Teich ums Alte Schloss herum entnommen, später vom Großen Schlossteich geholt und in dem Hofeiskeller und in den Eiskellern des Ortes eingelagert. Der Hofeiskeller ist ein zur Hälfte in den Boden versenkter Ziegelbau mit acht seitlichen Eingängen, der zur Isolierung mit Erde und Baumbestand überdeckt ist. Es handelt sich dabei um eine im österreichischen Raum einmalige vorhandene und
erhaltenswerte Bausubstanz von besonderem kulturhistorischem und denkmalschützerischem Wert. Der
Hofeiskeller wurde 1995 von Schutt und anderen Ablagerungen der Nachkriegszeit geräumt. Derzeit ist der Hofeiskeller aufgrund der schlechten Substanz gesperrt, eine Revitalisierung wird angestrebt.

Das Alte Schloss wurde in den Landschaftsgarten integriert und bietet ein faszinierendes Fenster in die Vergangenheit. Details zur noch heute genutzten prachtvollen Schlosskapelle, die sowohl noch den gotischen Kern als auch die spätere barocke Ausgestaltung erkennen lässt, unter www.schloss-laxenburg.at .

Zurück / back