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Park (17)

Park (17)


Schon bei den Berichten über Laxenburg aus dem Mittelalter, wird Herzog Albrecht III. als Gartenfreund gerühmt: er habe hier mit eigenen Händen den Garten bearbeitet und nach Angabe von entsprechenden Büchern Pflanzen gezüchtet. Er ließ Tiergärten, Fischteiche und andere Einrichtungen anlegen. Diese Tradition von Parkanlagen unmittelbar um das Schloss und seinen Teich wurde auch in den folgenden Jahrhunderten beibehalten. Grundsätzlich blieb das gesamte Areal wegen der besonders bevorzugten Jagdart der Reiherbeize ein freies Gelände, in welchem nur einzelne kleine Gebiete als Spezial-Tiergarten eingezäunt waren. 

Erst im 18. Jahrhundert begann man entsprechend der herrschenden Mode mit der Planung eines Barockgartens
mit geometrischer Struktur. Erste nachweisbare Arbeiten führte vermutlich Graf Sinzendorf auf dem erweiterten Garten hinter seinem Haus durch. Es entstand hier der so genannte „Waderlgarten“ dessen fächerförmige Anlage bis in die kaiserliche Zeit beibehalten wurde (altwienerisch Waderl: Bezeichnung für Fächer, wohl aus dem französischen
éventail abgeleitet). 

Unter Benutzung der Hauptachse des ovalen Speisesaals entstand hier dieser kleine, aber reich gestaltete Barockgarten mit einem Broderieparterre und Springbrunnen als eine der ersten gestalteten Flächen im Schlosspark, deren Gestaltung uns bis heute recht genau überliefert ist. Gleichfalls auf Kaiserin Maria Theresia geht eine andere Planung zurück: südlich des alten Schlosses wurde mit einem geometrisch gestalteten Garten begonnen. Dieser umfasste den ersten Teil des Forstmeisterkanals, den Alleestern sowie den Waldstern mit dem Dianatempel, auch Grünes Lusthaus genannt. Kaiser Joseph II. ließ nun bereits große Teile der heutigen Ausdehnung des Schlossparks als Landschaftsgarten umgestalten. Der Waderlgarten wurde in den so genannten „kleinen Landschaftsgarten“ hinter dem Blauen Hof umgestaltet und der Park südlich des Forstmeisterkanals wurde in großzügiger Weise ebenfalls als Landschaftspark erweitert. Noch weiter in dieser Stilrichtung gingen die Ambitionen seines Nachfolgers Franz II. (I.). Er war ein großer Freund der Gartenkunst und verlieh dem Schlosspark Laxenburg sein heutiges Aussehen. Der Park selbst wurde großzügig im Stile des englischen Landschaftsgartens ausgebaut und der Große Schlossteich angelegt. Dem damaligen Gedanken des romantischen Historismus entsprechend, entstanden viele Parkstaffagegebäude wie der Turnierplatz, die Rittergruft, die Rittersäule und – als Höhepunkt – die Franzensburg als „Gartenfeste im gotischen Stil“. Trotz dieser Tätigkeiten blieben der Waldstern mit
dem Grünen Lusthaus sowie der Forstmeisterkanal als barocke Gestaltungselemente erhalten – all das macht den Schlosspark einzigartig und unverwechselbar. 

Der Schlosspark Laxenburg ist mit seinen 280 Hektar Fläche einer der bedeutendsten Landschaftsgärten Europas. Es handelt sich also um ein wertvolles Dokument, nicht nur der österreichischen Gartenkunst, sondern auch um einen der bedeutendsten historischen Landschaftsgärten Europas, - reich an wertvollen Gehölzen, Baumgruppen und künstlichen Gewässerflächen. (vgl. auch Nr. 51) Details über den Schlosspark sowie die vielfältigen
Freizeitangebote unter www.schloss-laxenburg.at.

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