Zur Desktop-Version

Um Ihnen eine optimale Nutzererfahrung zu bieten, verwendet diese Website Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. X
Zur Startseite von www.laxenburg.at
Menü ein- und ausblenden
Zur Startseite von www.laxenburg.at

Partnerstadt Gödöllö

Gödöllö Logo

Schloss Gödöllö, Vorderansicht

Erklärung der Marktgemeinde Laxenburg, Österreich, und der Stadt Gödöllö, Ungarn, über die Zusammenarbeit im Rahmen einer Partnerschaft


Der Gemeinderat der Marktgemeinde Laxenburg und der Stadtrat der Stadt Gödöllö erklären gemeinsam ihre Absicht, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen ihren Gemeinden und ihren Bürgern zu erweitern, die Freundschaft zwischen den beiden Völkern zu vertiefen, um so zu einem besseren Verständnis für einander und zu einem weiterhin friedlichen Europa beizutragen.

Schwerpunkte der Zusammenarbeit

1. Verwaltung

* Gegenseitiges Kennenlernen der Verwaltungen der beiden Gemeinden
* Austausch von Erfahrungen in den Bereichen der kommunalen Planung und Verwaltung



2. Lehre - Wissenschaft

* Förderung der Zusammenarbeit von Vereinen und Institutionen in Laxenburg und Gödöllö
* Wechselseitiges Kennenlernen der Schulsysteme unter besonderer Berücksichtigung des Fremdsprachen- und Musikunterrichts
* Schüleraustausch und Organisation von Jugendlagern



3. Wirtschaft

* Untersuchung der Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Unternehmen in beiden Gemeinden



4. Kultur - Kunst

* Gegenseitiges Kennenlernen des kulturellen und künstlerischen Lebens durch Einladungen von Künstlern und Ensembles sowie die Planung von Ausstellungen
* Erfahrungsaustausch über die praktische Durchführung des Denkmalschutzes und die Nutzungsmöglichkeiten denkmalgeschützter Bauwerke



5. Sport

* Erfahrungsaustausch im Bereich der Organisation und des Finanzmanagements der Vereine
* Mithilfe bei der Organisation von sportlichen Treffen
* Spezielle Förderung des Jugendsports, insbesondere durch Austausch



6. Verschiedenes

* Finden von Möglichkeiten zur Stärkung des Umweltbewußtseins
* Zusammenarbeit bei der Ausarbeitung und Vertiefung von internationalen Beziehungen und der Ausarbeitung gemeinsamer Projekte für internationale Hilfsprogramme
* Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit in Tourismusfragen
* Unterstützung des Ausbaus von direkten Verbindungen zwischen den Bürgern und deren Familien durch beide Partner



Im Interesse der Verwirklichung dieser Initiative werden die Partner jährlich die Programme für die einzelnen Bereiche miteinander abstimmen und ihre Bürger über ihre Aktivitäten informieren.

Diese gemeinsame Absichtserklärung wird im Namen der Marktgemeinde Laxenburg durch Bürgermeister Mag. Heinrich Schneider, im Namen der Stadt Gödöllö durch Bürgermeister Dr. György Gémesi unterzeichnet.



Laxenburg, am 26. Oktober 1997

Schloss Gödöllö, Rückansicht

Königliches Schloß Gödöllö - die Rückseite



Die Geschichte von Gödöllö


Früheste urkundliche Angaben über Besitztumsverhältnisse von Gödöllö sind uns vom Anfang des 14. Jahrhunderts überliefert worden. Es ist als ein kaum besiedelter Flurteil von der einwohnerstärksten Gemeinde Besnyö um diese Zeit losgelöst worden. Grundbesitzer der Siedlung waren damals Kleinadelsfamilien. Gödöllö hat sich bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts zu einer Kleingemeinde entwickelt. Nach der Schlacht bei Mohács im Jahre 1526 hat das siegreiche Türkenheer zuerst Buda (1541), dann aber auch Gödöllö erobert. Infolge dessen hat sich die Einwohnerschaft auf nur einige Familien verringert. Über Besitztumsverhältnisse zur Zeit der 150 Jahre langen Türkenbesetzung stehen keine Angaben zur Verfügung.
Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurde Gödöllö wieder zur Kleingemeinde. Der damalige Gutsherr HAMAVAY Ferenc war der erste ortsansässige Grundbesitzer, der auf seinem in der Ortsmitte errichteten Herrenhof wohnte. Außer dem Herrensitz und dem Kirchengebäude der reformierten Kirchengemeinde bestand das Dorf lediglich aus einigen Strohdachhäusern, die Wände aus Rutenflechtwerk mit Lehmverputz hatten.
Einen entscheidenden Wandel im Leben von Gödöllö führte der nächste Dorfbesitzer GRASSALKOVICH Antal der Erste (1694-1771) herbei, der als einer bedeutendsten Großgrundbesitzer im 18. Jahrhundert in Ungarn galt. Der aus einer verarmten Adelsfamilie stammende GRASSALKOVICH begann seine Laufbahn im Jahre 1715 als Rechtsanwalt. Ein Jahr später war er bereits an der königlichen Hofkammer angestellt. 1727 wurde er zum Präsidenten der Neuanschaffungskommission (Neoaquistica Comissio) ernannt, der die Überprüfung bzw. Neuordnung der wirren Besitztumsverhältnisse nach der Vertreibung der Türken oblag. Als Bekleider dieses Amtes hatte er das erste Mal mit dem Herrschaftsgut in Gödöllö zu tun, dessen damalige Besitzerin BOSSÁNYI Krisztina ihr Besitzrecht belegen konnte.
GRASSALKOVICH, der immer mehr an politischen Einfluß und Vermögen gewann, hatte damals bereits die Herausformung eines einheitlichen Gutes mit Zentrum in Gödöllö im Auge. Dies wurde ihm nach dem Tode von BOSSÁNYI Krisztina im Jahre 1737 möglich, als er den Erben, einem nach den anderen, ihre Gutsanteile abkaufte. Bereits 1741 veranlaßte er die Erbauung seines Magnatensitzes, der als Ungarns größter Barockpalast heute noch Gödöllös nahmhafteste Sehenswürdigkeit darstellt.
GRASSALKOVICH, der sowohl bei König Karl dem Dritten als auch bei Königin Maria
Theresia hoch in Gunsten stand, verwaltete auch das Schatzkammervermögen recht erfolgreich. Für seine Verdienste in Wirtschaft und Politik wurde er zum Baron, später zum Grafen erhoben.
Er legte großen Wert auf Rentabilität und Ordnung seiner Güter. Insgesamt ließ er 33 Kirchen auf seinen Herrschaftsgütern erbauen, darunter die Patronatskirche in Máriabesnyö sowie die Palastkirche in Gödöllö. In der Ortsmitte von Gödöllö ließ er Häuserreihen errichten und siedelte hier deutsche Handwerker an. Dadurch erhöhte er der reformierten Bevölkerung gegenüber die Anzahl der Katholiken. Er ließ das Landhaus HAMVAYs überbauen und richtete darin ein Gasthaus ein. Auch das Entstehen unsererer öffentlichen Denkmäler haben wir seiner Initiative zu verdanken (Leidensweg, Marienkolonne und die gerade zu restaurierende Statue vom Heiligen Johannes von Nepomuk). Dank seinem Ortsgestaltungseifer wurde Gödöllö 1763 auf den Rang eines Marktfleckens erhoben.
Der Sohn GRASSALKOVICH des Ersten, der in die Fürstenwürde erhobene
GRASSALKOVICH Antal der Zweite (1734-1794), widmete sich dem Herrschaftsgut wenig.
Seine Gutsanteile verpachtete er einen nach dem anderen. Er hat die herrschaftliche Hofhaltung in Gödöllö saniert und ist nach Wien übersiedelt. Die Länderreien übernahm der Sohn GRASSALKOVICH der Dritte (1171-1841) nach dem Tode sines Vaters mit riesigen Schuldenlasten, die er seinerseits nur weiter vergrößerte. GRASSALKOVICH der Dritte verstarb ohne männlichen Erben, so trat die weibliche Linie die Erbschaft an.
Zu dieser Zeit wurde das Schloß Schauplatz wichtiger politischer Ereignisse. Auf dem Frühlingsfeldzug des ungarischen Freiheitskampfes 1848-49 haben die ungarischen „Honvéd“-s (Landwehrtruppen) beim Nachbarort Isazeg am 6. April 1849 einen Sieg errungen. Nach der Schlacht wurde der Revolutionsanführer KOSSUTH Lajos und seine Generäle im Gödöllöer Schloß einquartiert. Beim Kriegsrat, der in diesem Palast abgehalten wurde, tauchte bereits der Gedanke über die Entthronung der Habsburger und die Deklaration von Ungarns Unabhängigkeit auf.
1850 hat der Bankier SINA György das herrschaftliche Gut Gödöllö gekauft. Er bzw. später sein Sohn SINA Simon haben sich kaum im Ort aufgehalten. Sie haben den Kauf nur als Kapitalanlage gedacht und haben so das ganze Gut 1864 an eine belgische Bank verkauft. Im März 1867 hat es dann der ungarische Staat dieser Bank abgekauft, um es samt Schloss als Krönungsgeschenk dem Kaiser und König Franz Joseph dem Ersten bzw. Königin Elisabeth zur Verfügung zu stellen.Von da an hielt sich die königliche Familie vor allem im Frühling und im Herbst in Gödöllö auf, was im Leben der Stadt zu einem erheblichen Aufschwung führte. Die nördliche Eisenbahnstrecke wude beispielsweise – in Abweichung vom ursprünglichen Plan – wegen der königlichen Erholungsstätte über Gödöllö geleitet.1874 wurde das Gaswerk in Betrieb genommen, welches das Leuchtgas für Bahnhof und Palast herstellte.Die Anzahl von Gewerbetreibenden und Händlern stieg an: Viele von ihnen verdienten ihren Lebensunterhalt am königlichen Palast und Gut. 1869 wurde die Sparkasse in Gödöllö gegründet, deren erster Aktieninhaber König Franz Joseph war.Neben der Anwesenheit der königlichen Familie trugen auch die Naturgegebenheiten, die gute Luft des Marktfleckens (ab 1884 Großgemeinde) dazu bei, dass Gödöllö zunehmend an Beliebtheit als Erholungsort gewann. Jährlich verbrachten 300-400 Budapester Familien die Sommermonate in Gödöllö, das um weitere Bäder und Gasthäuser bereichert wurde. Das im Landhaus Hamvay eingerichtete Elisabeth– Hotel wurde zum Mittelpunkt eines regen gesellschaftlichen Lebens. Hier war das Kasino untergebracht und veranstalteten verschiedene Vereine bzw. Zirkel Tanzabende mit Theatervorstellungen.
Der Agrarcharakter der Gemeinde begann sich um die Jahrhundertwende zu festigen. Die Rechtsnachfolger von landwirtschaftlichen Lehranstalten und Mustergütern, die in diesem Zeitraum auf den Gebieten von Krondomänen gegründet worden sind, gibt es auch heute noch.Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Handwerker weiter zu, denn angesichts der königlichen Erholungsstätte wurde im Ort keine Industrie angesiedelt Ein bis in unsere Tage fortwirkendes Ergebnis der Verkehrsentwicklung war es, daß 1911 die Strecke Budapest-Kerepes der Nahverkehrsbahn (HÉV) bis nach Gödöllö verlängert worden ist.
Das Gödöllö der Jahrhundertwende hat sich auch in der ungarischen Kunstgeschichte einen Namen gemacht. Hier wirkte zwischen 1901 und 1920 die einzige organisierte Künstlerkolonie des heimischen Jugendstils.
In dieser Periode nahm der Mittelstufenunterricht seinen Anfang in der Ortschaft. 1911 wurde das Minoritergymnasium eröffnet, 1924 das Gymnasium des Prämonstratenserordens erbaut.
Im Herbst 1918 spielten sich im Schloß wiederum schwerwiegende politische Ereignisse ab. Karl der Vierte, soeben erst in Gödöllö angekommen, erfuhr hier die Nachricht, daß die ungarische Regierung zurückgetreten war. In diesen Tagen kamen im Schloß zahlreiche Politiker vorbei, unter anderen auch KÁROLY Mihály, der – nach gescheiterten Verhandlungen mit dem König – vom siegreichen Aufstand zum Ministerpräsidenten ernannt wurde. 1919 quartierten sich der Militärgeneralstab der Ungarischen Räterepublik, im August jedoch schon der seine Besatzungstruppen kommandierende rumänische Kronprinz im Palast ein.
Nach 1920 folgte im Leben von Gödöllö einer der königlichen ähnliche Periode, da das Schloß zur Erholungsstätte vom Reichsverweser HORTHY Miklós geworden ist. Dieser etwa zweieinhalb Jahrzehnte währende Zeitraum prägte die Entwicklung der Gemeinde günstig. Das zeigte sich an den geordneten Verhältnissen und dem höheren Versorgungsniveau in der Siedlung. Ebenfalls ist es Horthy zu verdanken, daß Gödöllö 1933 als Veranstaltungsort vom Welttreffen der Pfadfinderbewegung über 26.000 Pfadfinder aus 54 Nationen empfangen konnte. 1939 wurde auch das Welttreffen der Pfadfinderinnen in Gödöllö veranstaltet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg schlug die Entwicklung der Gemeinde in eine andere Richtung ein. In einem Teil des Schlosses bezog eine sowjetische Militäreinheit Quartier, im größeren wurde ein Altersheim eingerichtet. Um die frühere „einseitige“ Prägung als Erholungsort
„auszubalancieren“, ging man in dieser Zeit daran, Industrie nach Gödöllö zu bringen. Als erster Schritt dazu wurde im Jahre 1950 das Stommesserwerk Ganz aufgebaut, dem dann noch weitere Industriebetriebe folgten. Im demselben Jahr fing die Agraruniversität an, die Gebäude der aufgelösten Bildungsastalt der Prämonstratenser zu übernehmen. Die Ansiedlung der Agraruniversität stellte die Vollendung eines Entwicklungsprozesses zum Agrarzentrum dar, was noch eine zusätzliche Erweiterung des mit der Universität verbundenen landwirtschaftlichen Institutionengefüges nach sich gezogen hat.
Im Jahre 1948 sind staatliche allgemeinbildende Achtklassenschulen und daran anschließende, entweder mit Beruf oder Abitur abschließende Mittelstufenschulen ( u.a. Vierklassengymnasium) an die Stelle der verstaatlichten konfessionellen Bildungseinrichtungen getreten. 1951 nahm die Gewerbeschule ihre Tätigkeit auf. Ihr folgte 1955 das Vierklassengymnasium „TÖRÖK Ignác“. 1953 wurde die Gemeindebibliothek eröffnet, die seither um eine Kinder– bzw. eine musikalische Abteilung erweitert wurde.
Gödöllö konnte am 1. Januar 1966 die Verleihung des Stadtrechtes feiern. Zu dieser Zeit begann die Herausformung des heutigen Stadtbildes. Die alten Bauernhäuserreihen verschwanden. An ihrer Stelle entstanden Wohnviertel und öffentliche Einrichtungen.
Im kulturellen Leben der Stadt brach 1981 eine neue Epoche an. In diesem Jahr wurde das Kulturzentrum „PETÓFI Sandor“ seiner Bestimmung übergeben, das durch seine vielfältigen Programme in kurzer Zeit landesweite Bekanntheit errang. In diesem Jahrzehnt wandelte sich vieles am Hauptplatz. Überaltete Häuser wurden hier abgerissen und auf ihren Grundstücken ein Gebäude für Bank und Reisebüro errichtet. 1986 wurde das gegenwärtige Rathaus fertig. Ihm gegenüber wurde 1988 das neue Gebäudekomplex des Gymnasiums übergeben. Im gleichen Jahr erhielt die Ortsgeschichtliche Sammlung, die seit 1978 im Landhaus Hamvay untergebracht war, Museumsrang. Zur gleichen Zeit wie das Stadtmuseum wurde auch die Mechanisierungsgeschichtliche Sammlung an der Agraruniversität eröffnet.
Der Systemwechsel um die Wende der 80er zu den 90er Jahren brachte auch im Leben von Gödöllö bedeutende Veränderungen mit sich. Ein Teil von Industriebetrieben, die in den 50er Jahren hier angesiedelt wurden, schrumpften, während die lebensfähigen privatisiert wurden. Die Anzahl von privaten Handwerks– und Dienstleistungsbetrieben wuchs rasch an, was auch das Stadtbild schnell verändert hat.
Die politische Wende wirkte sich auch auf das Bildungssystem aus. Konfessionelle Schulen konnten wieder ihre Tätigekeit aufnehmen. 1989 bekamen die Kapuziner und Salvatorienschwestern ihre Ordensgebäude in Máriabesnyö zurück. 1990 sind die Prämonstratenser nach Gödöllö zurückgekehrt und haben nach der Eröffnung ihres Gymnasium bis 1993 auch ihre Ordenskirche aufgebaut.
Nach Auszug der sowjetischen Einheit im Jahre 1990 begann die völlige Räumung des Schlosses Grassalkovich. Das war die Vorraussetzung zur Beschleunigung des 1985 gestarteten Restaurierungsprogrammes, in dessen Ergebnis der Palast binnen weniger Jahre in voller Pracht unsere Stadtbesucher empfangen kann.
Neben dieser zweifelsohne attraktivsten Sehenswürdigkeit von Gödöllö hat aber auch die Stadt auch noch einiges mehr zu bieten.


Quellenangabe:
Stadtführer Gödöllö, verfasst von FALUDI Ildikó,
herausgegeben vom Stadtmuseum Gödöllö.

Weitere Informationen auf der
www.godollo.hu/varos

http://www.gkrte.hu/public/index.html