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ARGE Flüchtlingshilfe Laxenburg, Bericht 1. Quartal 2016

Bericht der ARGE Flüchtlingshilfe Laxenburg / 1. Quartal 2016
 
Der Frühling ist ins Land gezogen, Zeit wieder über unsere Neu-LaxenburgerInnen zu berichten.
Die gelegentlich wärmeren Temperaturen freuen sie sehr, schon laufen die Kinder mit kurzen T-Shirts hinaus! Man könnte sagen, die Akklimatisierung ist im Gange und Einiges ist noch zu lernen.
Gelegentliche Schwierigkeiten bei der Informationsweitergabe, Administrationen oder bei der Pünktlichkeit (die einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft hat, für Fremde aber ziemlich befremdlich ist) werden immer seltener.
 
Zu den 17 Personen ist im Jänner noch eine junge Mutter mit Kleinkind hinzugekommen. Somit besuchen 2 Kleinkinder den Kindergarten, 4 Kinder die Volksschule und 2 die NMS in Mödling.
Großer Dank gebührt hier Frau Dir. a.D. Höfinger für ihren Sonderunterricht in der Volksschule sowie den vielen LernbetreuerInnen der Schulkinder, organisiert von Frau Mareijke Gläss. Ihr und dem Lions Club ist es auch zu verdanken, dass die beiden großen Kinder an der Schulprojektwoche im Mai teilnehmen werden. Partizipationen unterstützen die Integration, so natürlich auch der Besuch der Pfadfindergruppe, des Kinder-Fußballtrainings oder der ab Mai geplanten Schnupperstunden in der Musikschule bei Frau Berenike Heidecker.  
Weniger lustig, aber ebenfalls eine integrative Maßnahme, waren die nachzuholenden Impfungen im Gesundheitsamt, die glücklicherweise dort kostenlos durchgeführt werden.
Dank einiger weiterer Spenden ist das Konto der ARGE Flüchtlingshilfe Laxenburg gut aufgefüllt. Die wöchentlichen Lebensunterhaltskosten der Neuzugänge bis zum Eintreffen der Grundversorgung konnten problemlos gedeckt werden.
 
Die wichtigste Integrationsschiene ist der Spracherwerb und hier gibt es recht erfreuliche Fortschritte. Die Kinder beginnen erste Sätzchen zu formulieren, ihre Mütter im Deutschkurs bemühen sich redlich den intensiven Bemühungen von Frau Mag. Linde Brodner zu folgen und die Herren besuchen, soweit asylberechtigt, bereits AMS-geförderte Kurse bzw. Kurse in Wien und Mödling. Die Möglichkeit zur gemeinnützigen Beschäftigung im Wirtschaftshof wird von einem Asylwerber genützt. Er freut sich über den kleinen Verdienst, aber ganz besonders über die freundliche Aufnahme dort!
 
Die Orientierung in unserer Gesellschaft erfordert jedoch weit mehr als Spracherwerb und Kenntnis von Ämtern, Organisationen, gesetzlichen Regeln etc. Es geht auch darum die verschiedenen ‚Spielplätze‘ in Arbeitswelt, Kultur, Freizeit und unterschiedlichen sozialen Gruppierungen verstehen zu lernen, ebenso die Nuancen der Kommunikation und ihre Bedeutung in sozialen Beziehungen.
Verständnis für all diese vielfältigen Phänomene kann nur durch Erfahrung erworben werden. Wir besuchten daher einige Veranstaltungen im Ort und auch außerhalb – u.a. Diavorträge, Podiumsdiskussionen (in Englisch oder mit Simultanübersetzung), das Frauencafe von Connect Mödling, ein Konzert, einen Kreativ-WS, einen Flohmarkt etc. Auch Gespräche mit unserem syrischen Wissenschaftler vom IIASA haben dieses Kennenlernen unterstützt. Gemeinsame Unternehmungen bringen uns langsam ein wenig näher und helfen bei der Deutung unterschiedlicher Verhaltensweisen. Gerade darin sind auch wir – die BetreuerInnen der Aufnahmegesellschaft – gefordert. Annäherungen erfolgen von beiden Seiten, gemeinsame Erlebnisse können helfen, Werte in beide Richtungen zu vermitteln.    
 
Bezüglich der laufenden Asylverfahren hat sich viel getan, 5 weitere Personen erhielten einen positiven Asylbescheid, somit sind 8 Personen asylberechtigt, 9 Personen hatten ihre Einvernahme und nur 2 warten noch darauf. Mit der Erreichung des neuen Aufenthaltsstatus erhebt sich die Frage des weiteren Managements der Unterbringung. Für einige Personen bzw. Familien wird in naher Zukunft zu klären sein, ob sie im nächsten Schritt preiswerte Mietwohnungen finden. Ein wenig haben die Neu-LaxenburgerInnen ja schon in Laxenburg Fuß gefasst, besonders die Kinder. Ob ein weiteres Wurzelschlagen gelingen wird, hängt nun von Job- und Wohnungsfragen ab.
 

Im Namen der Flüchtlinge allen UnterstützerInnen in finanzieller Weise, durch Zeitspenden oder sonstige Aufmerksamkeiten ganz herzlichen Dank!   

Irmela Steinert